Heilende Geruchssinn

Der Geruch von frisch gebackenem Brot, einer Frühlingswiese oder der typische Geruch einer Zahnarztpraxis - all diese Gerüche lösen in uns Emotionen aus, gute oder schlechte.

 

Der Geruchssinn ist wie das Seh- und Hörsystem ein Fernsinn und dient der  Ortung von Nahrung, Territorien und Feinden sowie der Erkennung chemischer  Signale von Artgenossen. Er gehört neben dem Geschmackssinn zu den chemischen Sinnen.

 

Zu oft unterschätzen wir die Leistung unserer Nase, denn sie ist unsere direkte Verbindung zum Unterbewusstsein. Und wir können es benutzen, um viele Krankheiten zu heilen. Die Riechschleimhaut enthält die Sinneszellen des Geruchssinns. Es ist die Schleimhaut, die den oberen Teil der Nasenhöhle bedeckt. Die Chemorezeptoren der Geruchszellen sind dafür verantwortlich, dass wir eine Vielzahl von Gerüchen aufnehmen und unterscheiden können.

 

Durch das Riechhirn gelangen die Gerüche in das limbische System. Das ist Reich unserer Gefühle. Hier befindet sich auch die Festplatte unserer Erinnerungen. Vor allem die Gerüche, die Du in Deiner Kindheit wahrnimmst, sind für immer mit Erinnerungen und Gefühlen verbunden. Auch Jahrzehnte später, sobald das Gehirn einen neuen Geruch entschlüsselt hat, kann eine Erinnerung hervorgerufen werden oder ein Gefühl entstehen, das aus Deiner Kindheit kommt. So erinnere ich mich bei dem Geruch von einem bestimmten Waschmittel an das Zimmer und mein Bett, in dem ich als Kind geschlafen habe, beim Geruch eines bestimmten Parfüms - an meine erste Liebe. 

Menschen und ihre Gerüche

Die Nase beherbergt den ältesten unserer fünf Sinne: den Geruchssinn. Während der Geschmackssinn nur sechs verschiedene Richtungen unterscheiden kann, nimmt die Nase mehr als eine Billion verschiedene Düfte wahr. Sicher ist, dass wir mit jedem Atemzug einen Strom von Geruchsmolekülen aufnehmen. Allein im Kaffee gibt es 100 verschiedene Substanzen. Etwa fünf Millionen Riechzellen ermöglichen es uns, Tausende von Gerüchen zu unterscheiden.  Inwieweit Gerüche unsere Gefühlswelt beeinflussen können, wurde bereits von vielen Forschern in etlichen Experimenten untersucht. In einem von ihnen wurden die Teilnehmer gebeten, zu bewerten, wie freundlich sie die verschiedenen Gesichter fanden. Während ihnen die Bilder gezeigt wurden, waren sie - ohne ihr Wissen - Gerüchen ausgesetzt. Tatsächlich änderten die Teilnehmer ihr Urteil aufgrund von olfaktorischen Reizen, obwohl die Geruchskonzentration unter der Wahrnehmungsschwelle lag. Der Geruch von Zitrone machte die Gesichter sympathischer in ihrer Wirkung. Es ist also kein Zufall, wenn wir sagen: " Ich kann ihn gut riechen."

Heilende Wirkung der Düfte

Geruchsrezeptoren befinden sich nicht nur in der Nase, sondern auch dort, wo man sie nicht erwarten würde. Wissenschaftler konnten zeigen, dass Krebszellen auch Geruchsrezeptoren haben, sogar tausend Mal mehr als gesunde Zellen. Diese Entdeckung hat der Krebsforschung völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Mit dem richtigen Duft kann es dann sogar möglich sein, das Wachstum des Tumors zu stoppen. Aber leider ist es noch ein langer Weg, bis es in der Medizin eingesetzt werden kann. Jede Krebsart reagiert nämlich auf einen anderen spezifischen Geruch.  

 

In anderen Bereichen der Medizin, wie z.B. der Aromatherapie, werden Duftstoffe bereits erfolgreich eingesetzt. Ätherische Öle werden aus Pflanzen wie Kamille, Lavendel oder Sandelholz gewonnen und für therapeutische Zwecke verwendet. Zwei israelische Psychiater zum Beispiel haben es geschafft, die Phobie der Injektionen bei einem ihrer Patienten nur mit ätherischem Mandarinenöl zu überwinden. Ähnliche Erfolge haben die Wissenschaftler auch bei Patienten mit Angststörungen und Depressionen erzielt. Dies sind keine Einzelfälle: Experten erwarten, dass sie in Zukunft viele andere Krankheiten heilen können - mit der unglaublichen Kraft unseres Geruchssinns allein.

 

Ätherische Öle docken an genau die gleichen Rezeptoren im Gehirn an wie Chemikalien - und sie beeinflussen nachweislich Körper, Geist und Seele. Hier ist eine kleine Auflistung von bekanntesten Gerüchen und Ihren Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Pfefferminze gegen Kopf- und Nackenschmerzen

Minzöl hat eine erfrischende Wirkung und gilt als das ideale Reiseöl, da es Übelkeit und Kopfschmerzen lindert. Die Wirkstoffe Menthol, Menthofuran und Menthon blockieren die Übertragung von Schmerzsignalen auf das Gehirn und entspannen die Muskeln durch Kältestimulation.

 

Da man ätherische Öle am besten in Verbindung mit einem Basis-öl verwendet, mischt man 7 Tropfen Pfefferminzöl mit 200 ml. Mandel- oder Jojobaöl. Großzügig auftragen, aber die schmerzenden Stellen in kleinen Kreisen mit leichtem Druck 2 Minuten lang massieren. In regelmäßigen Abständen wiederholen, bis eine Linderung erreicht ist. Unterwegs kannst Du Deine Schläfen auch direkt mit Minzöl massieren. 

Kamille gegen Regelschmerzen

Kamillenöl hat eine beruhigende Wirkung, lindert Entzündungen, entspannt die Gebärmuttermuskulatur und lindert Schmerzen. Mische 2 Tropfen Kamillenöl, 1 Tropfen Lavendelöl mit 1 Esslöffel Essig und einem halben Liter heißen Wasser. Weiche ein Lappen oder Handtuch in dieser Mischung ein, wringe es dann leicht aus und lege es auf den Bauch. Verstärke die Wärme mit einem Tuch, einer Decke oder einer Wärmflasche. Diesen Vorgang so oft wie nötig wiederholen, bis die Symptome verschwunden sind.

Kiefer gegen Husten und Schnupfen

Kiefern-Terpentinöl hat einen positiven Einfluss auf Bronchialerkrankungen. Es reduziert die Schleimproduktion, erleichtert die Sputumbildung und setzt Nasennebenhöhlen frei. 3 Tropfen Kiefernöl in 2 Liter heißem Wasser auflösen und unter einem Handtuch ca. 10 Minuten einatmen.

lavendel für die Nerven

Lavendelöl ist eines der wichtigsten und ätherischen Öle in der Aromatherapie. Der Wirkstoff Linalool ist für die beruhigende, entspannende und ausgleichende Wirkung verantwortlich. Deshalb wirkt Lavendel antidepressiv, baut Stress ab, sorgt für einen erholsamen Schlaf, beruhigt und harmonisiert. Wenn Du irgendein Tuch mit 1 oder 2 Tropfen Öl beträufelst und es neben das Kissen legst, wirkt es wirklich Wunder. Du kannst das Taschentuch auch direkt auf die Brust legen, ein Nachthemd darüber ziehen und Dich in Dein Bett legen. Außerdem ist Lavendel wirklich ein Wundermittel gegen Mücken. Normalerweise bin ich wirklich von Mücken geplagt. Ich habe das Gefühl, dass sie prinzipiell nur mich bevorzugen, egal wie viel Menschen sich noch in einem Zimmer mit mir befinden. Seitdem ich auf dem Nachttisch immer ein Paar Lavendelzweige oder ein mit Lavendelöl durchtränktes Taschentuch in einer kleinen Schale habe, kann ich mit offenen Balkontür schlafen. Seit 2 Jahren (seitdem ich diesen Trick entdeckt habe) haben wir keine Mücken mehr im Schlafzimmer. Und wir leben direkt am Rhein und haben einen Teich im Garten. Also Lavendel ist wirklich ein wahrer Allrounder in vielen Bereichen.

Zitrus gegen kalte Füße

Der Duft von Zitrone ist anregend und erfrischend. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Limonen und Camphen fördern die Durchblutung. Dies hilft effektiv bei kalten Füßen. Mische 7 Tropfen Zitronenöl mit 5 Esslöffeln Sahne. In ein Fußbad mit 10 Esslöffeln Apfelessig und 30 g Salz geben. Fülle es mit heißem Wasser (ca. 38 Grad) auf und bade Deine Füße ca. 10 Minuten lang darin. Dies hat auch eine leicht fiebersenkende Wirkung.

Rosen gegen Nervosität und Anspannung

Das ätherische Rosenöl enthält mehr als 400 Inhaltsstoffe, darunter Citronellol und Geraniol, die eine beruhigende Wirkung auf das vegetative Nervensystem haben. Der Geruch wirkt ausgleichend und harmonisierend, bietet erholsamen Schlaf, hilft bei Depressionen und seelischen Schmerzen. Du kannst den Effekt sehr gut testen, indem Du ein Vollbad, ein Handbad oder ein Fußbad mit einigen Spritzern Rosenöl einreicherst.

3 Helfer für Deine Nase!

Unsere Nase ist einer unserer wichtigsten Helfer und verdient daher viel Pflege. Sehr unangenehm ist es, wenn es zum Verlust des Geruchssinns, auch bekannt als Anosmie, kommt. Plötzliche Anosmie ist mit einem erheblichen Verlust an Lebensqualität verbunden. Sie kann ein Hinweis auf schwere Krankheiten (z.B. Alzheimer) sein und ist mit psychischem Stress verbunden, der erheblich sein kann. Psychische Folgen sind Depressionen und die anhaltende Angst vor unangenehmen Gerüchen, da bei sich selbst unbemerkte eigene Körpergerüche zu sozialer Ausgrenzung führen können, so die Befürchtung der Betroffenen.

 

Der Geruchssinn ist hauptsächlich für den Geschmack von Speisen und Getränken verantwortlich. Menschen, die keine haben, sind auf die fünf Grundaromen (süß, sauer, salzig, bitter, umami) beschränkt. Dies kann zu Unterernährung führen. Die Motivation zum Essen kann mit plötzlichem Auftreten abnehmen, oder, egal ob Anosmie angeboren oder erworben ist, können mehr salzige oder fettige Lebensmittel konsumiert werden, um das grundlegende Geschmackserlebnis zu genießen oder zu intensivieren.

 

Deshalb schildere ich hier 3 Möglichkeiten, eines Deiner wichtigsten Sinnesorgane zu unterstützen.

 

1. Nasendusche

 

Allergien und Erkältungen können den Alltag sehr erschweren. Sobald eine Erkältung aufgetreten ist, begleitet sie uns bis zu 10 Tage lang. Darüber hinaus beklagen sich Pollenallergiker oft wochenlang über unangenehme laufende Nase, Niesen und Nasenprickeln. Es ist wichtig, dass sich alle Betroffenen um ihre Atemwege kümmern - am besten schon beim ersten Kribbeln in der Nase.

 

 

2. Die Befeuchtung der Luft

 

Klimageräte im Sommer und Heizung im Winter können uns Probleme bereiten. Tatsächlich trocknen die Nasenschleimhäute in Abwesenheit von Luftfeuchtigkeit aus. Ob zu Hause oder am Arbeitsplatz: Wassertanks und grüne Pflanzen sorgen für mehr Feuchtigkeit. Auch Elektrogeräte helfen bei trockener Raumluft. Bei einer aufkommenden Erkältung helfen mir persönlich und auch meiner Tochter ein Luftbefeuchter (der hier ist auch ein Sieger laut Ökotest)*. Bei ersten Anzeichen (laufende Nase, Kratzen im Hals) einfach beim Schlafen neben dem Bett aufstellen und über die Nacht eingeschaltet lassen. Meistens sind die ersten Symptome bereits am nächsten Morgen wieder weg. 

 

3. Nasencreme und Sprays

 

Die sollte man auch nicht vergessen werden. Sie spenden Feuchtigkeit und helfen der Nasenschleimhaut, sich zu regenerieren. 

 

 

 

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